#10 ICH ESSE SIE IM NOVEMBER

Bitte verzeiht uns die Verspätung – die Fotos mussten live gemacht werden!

Normalerweise ist es immer der letzte Tag des Monats. Ein fester Termin, den wir uns selbst gesetzt haben, um den neuen Artikel hier hochzuladen. Unser Rhythmus ist – wie der des Elefanten: zuverlässig, mit gutem Gedächtnis, aber eben langsam. Trotzdem fühlt es sich nie gut an, unpünktlich zu sein.

Aber lassen wir die Ausreden. Das Saisonabschlussessen – alle zusammen – war gestern Abend (der 31.). Davon vorher zu erzählen, ohne Fotos, wäre unmöglich gewesen.
Vor allem, weil die Bilder einfach so schön geworden sind ?.

Den ganzen Sommer über hatte Carlo Viktor immer wieder gesagt:

„Nein danke, heute esse ich keine carne salada. Die richtige gibt’s für mich erst am Saisonende.“

Er ist eben ein Purist. Auch wenn sie wahrscheinlich mit Knoblauch gewürzt war – den er gar nicht mag – sollte man unser typisches Gericht dort essen, wo man es wirklich versteht zuzubereiten. Wir hatten es zwar diesen Sommer auf der Karte; das war auch richtig so, um für jeden Geschmack etwas anzubieten. Aber wir haben nie behauptet, sie so perfekt machen zu können wie zum Beispiel in der Trattoria Belvedere – einem Lokal, das so traditionell ist, dass es nur im Winter geöffnet hat.

Und genau dort waren wir gestern Abend.
Alle zusammen, wie schon lange nicht mehr.
Um eine wunderschöne, erfolgreiche Saison zu feiern. Zum Glück gesund, mit vielen neuen Gästen, die wir kennenlernen durften, und – wie immer – mit der Freude, vertraute Gesichter wiederzusehen.

Gestern waren auch Marco und Manuela dabei.
Er ist heute früh zurück nach Apulien gefahren, wo er endlich Zeit haben wird, seine Schwester zu umarmen, die vor ein paar Monaten einen schweren Unfall hatte. Leider konnte er ihr damals kaum helfen, weil die Arbeit ihn schon wenige Tage später wieder zu uns gerufen hatte – und wir brauchten ihn dringend: seine Ruhe, seine Fähigkeit, seine Eleganz.
Manuela hingegen ist noch in der Nacht aufgebrochen – zu einer Familienreise anlässlich ihres bevorstehenden 50. Geburtstags.

Dann war da noch Mirand – oder Orlando, oder Metko, je nach Spitzname. Ein echtes Beispiel dafür, wie man eine Fremdsprache lernen sollte: einfach drauflosreden, ohne Angst, Fehler zu machen. Er erzählt ununterbrochen, beschreibt seine Leidenschaften bis ins Detail – aber verstehen… tja, das ist so eine Sache ?.
In der Küche hat er dieses Jahr mit Viktor und Badri gearbeitet – leider beide gestern abwesend – während Hamza und Simona den Abend mit ihren Lächeln zusammengehalten haben.

Alle haben dieses Jahr großartige Arbeit geleistet. Und Simona – jung, talentiert, und nach schwierigen Zeiten endlich wieder ausgeglichen – war das schönste Symbol für den Frieden dieser Saison.

Das „Team“, wie man so schön sagt, war wirklich ein Team.
Mirella, in ihrer ersten Saison als „Chefin“, hat sofort eine wunderbare Harmonie mit Vera gefunden – unersetzlich wie immer – und mit dem ganzen Vormittagsteam hinter den Kulissen.
Mit ihnen, neben Marco, war auch Umberto dabei, der uns gestern anvertraut hat, dass er – als Zwilling – zwei Versionen von sich hat. Wir haben nur eine kennengelernt, und die war großartig.
Von Gästen geliebt, von Kollegen geschätzt, seriös und kompetent. Und er singt ?.

Und was soll man über Alessio sagen…
Wir haben ihn im Winter kennengelernt. Ein kurzes, ehrliches Gespräch, nach dem wir uns fragten:

„Kann er wirklich so sein, wie er wirkt – oder steckt da irgendwo ein Haken?“
Er war höflich, aufmerksam, bescheiden.

Ich bin leider sehr emotional – oft habe ich mich in der Vergangenheit von meinem ersten Eindruck täuschen lassen. Aber Alessio ist wirklich so. Ein Vorbild.
Und beinahe hätten ihn zwei sympathische junge Deutsche mitgenommen ?.

Schade, dass Dragos, unser eleganter Restaurantleiter, nicht dabei sein konnte. Und auch Elena von der Bar hat gefehlt – die beiden verstehen sich einfach fantastisch. Mit ihnen wäre der Abend noch schöner gewesen.

Wir haben auch Betty gefeiert, die genau an Halloween Geburtstag hat (aber nein, sie macht niemandem Angst – sie ist süß wie Bonbons!).
Und wir haben endlich ein bisschen Zeit mit Nikolin und Debora verbracht, die im Hotel oft allein gearbeitet haben – sie in der Wäscherei, er im Garten. Beide sind für das Brione ein echter Gewinn.

Nikolin schien übrigens sehr zufrieden damit zu sein, zufällig neben Mariel in ihrer „lange Beine & Minirock“-Version zu sitzen ??.

Und wie endete der Abend?
Im Mittelpunkt standen Carmen, die um Mitternacht in den Ruhestand ging (?), und Sofia mit ihrem schönen Babybauch. Nach einem wahren Fragengewitter und einem lebhaften Namensratenspiel wird sie ihrer Tochter bald erzählen können, wie lecker der Obstkuchen im Belvedere ist.

Vor ein paar Jahren brachte uns Cristina die wunderbare Nachricht, dass sie Mutter wird. Nach Manuel kam Mailo – und auch wenn sie nicht immer hier sein konnte, ist sie uns immer verbunden geblieben. Dieses Jahr war sie endlich wieder da, und wir haben uns riesig gefreut.
Jetzt erleben Sofia und ihr Jack diesen magischen Moment. In unseren Herzen wird immer ein Platz für sie sein – und wenn sie eines Tages wieder Lust und Zeit zum Arbeiten hat, wird sie ihren Platz im Brione sicher wiederfinden ?.

Was für eine schöne Saison das war!
Schade, dass sie schon vorbei ist.

Bis zum nächsten Mal!