Frühstück.
Es steht in jeder Bewertung, ganz oben auf den Buchungsportalen, ist Hauptdarsteller in jedem Vorstellungsvideo:
In der Welt der Hotellerie ist das Frühstück der Service, der am meisten Beachtung findet.
Wahrscheinlich sogar der wichtigste.
Tatsächlich ist es – neben dem Bett – die einzige Leistung, die alle Gäste in Anspruch nehmen.
In Schulungen wird oft die berühmte Kombination genannt: DUSCHE + BETT + FRÜHSTÜCK.
Das Frühstücksangebot zu gestalten, bedeutet aber, zwei große Herausforderungen zu meistern:
- Es sollte regelmäßig angepasst werden – je nach Saison und Gästestruktur.
- Raum- und Küchenorganisation müssten sich entsprechend mitverändern.
Zwei ziemlich anspruchsvolle Punkte.
Vor allem der zweite – die bauliche Anpassung – ist recht aufwendig.
Ein modernes Buffet hat heute viele gekühlte Zonen, aber auch Bereiche zum Warmhalten.
Noch vor ein paar Jahren war Milch für Kaffee meist Instantpulver aus Vollautomaten. Heute möchten Gäste möglichst frische Milch – wofür wiederum spezielle Geräte nötig sind, um sie kühl zu halten.
Brot, Focaccia, herzhafte Kuchen und Pizza – alles sehr gefragt in trendigen Häusern – verlangen nicht nur handwerkliches Können, sondern auch mehr Platz und neue Küchengeräte.
Köchinnen und Köche sind viel stärker eingebunden als früher (falls es sie überhaupt gab), denn die Nachfrage nach frisch zubereiteten Speisen nimmt stetig zu.
Das Frühstück regelmäßig anzupassen, ist also nicht gerade einfach.
Und ehrlich gesagt: An diesem Punkt tun wir uns manchmal etwas schwer.
Dieses Jahr zum Beispiel: Unser Frühstück – und vor allem das Engagement unseres Teams unter der Leitung von Mirella, mit Simona in der Küche – wird sehr geschätzt.
Wir bekommen viele Komplimente und sind stolz darauf. Es zeigt uns: Wir sind auf einem guten Weg.
Aber eine kleine Kritik taucht immer wieder auf.
Unsere Auswahl sei zu wenig abwechslungsreich.
Zu viel – und doch immer das Gleiche.
Das hören wir nun schon seit ein paar Jahren.
Wir sprechen intern viel darüber – und ja, wir sind gewachsen. Dieses Jahr besonders.
Aber ab und zu taucht dieser Kommentar wieder auf.
Was heißt das genau?
Croissants? Die müssen einfach immer da sein – es ist undenkbar, die Sorten je nach Tag zu wechseln.
Frisches Obst für Obstsalat? Im Grunde genommen ist es immer das Gleiche.
Äpfel sind ungeeignet, Birnen werden schnell braun (wie Bananen), Orangen, Mandarinen, Trauben oder Datteln verwenden wir nicht.
Mangos zu schneiden ist mühsam, und Kakis oder Granatäpfel gibt’s im Sommer ohnehin nicht.
Bleibt also meist nur ganzes Obst – oder ab und zu Feigen oder Wassermelone.
Feigen haben wir oft, Melone eher selten.
Aufschnitt? Käse? Wurst?
Auch hier bleibt die Frage: Was genau wird unter „mehr Abwechslung“ verstanden?
Fehlen bestimmte Sorten – etwa geräucherte Würstchen, luftgetrockneter Schinken, halal-geeignete Produkte? Oder wäre eine größere Auswahl an Käse wünschenswert?
Ja, im Handel gibt es viele Sorten – vielleicht könnten wir mutiger sein als mit unserem aktuellen Angebot: Tremosine-Käse, Frischkäse, Mozzarella und Scheiben-Edamer.
Gemüse.
Hier raten Trends, das Angebot zu erweitern.
Aber auch hier – wie beim Obst – ist die Auswahl an rohem, buffetgeeignetem Gemüse begrenzt: Karotten, Tomaten, Gurken, ein paar Blätter Salat…
Wir haben es mit gemischten Salaten probiert – z. B. Blattsalat, Walnüsse, Cherrytomaten – aber sie blieben oft übrig.
Gelegentlich servieren wir Salzkartoffeln – sehr beliebt bei britischen Gästen.
Und regelmäßig auch Rohkost als Begleitung zum Hummus, den wir in wechselnden Varianten selbst herstellen.
Was fehlt noch?
Kuchen. Joghurts. Fruchtsäfte. Brot. Eier und Würstchen.
Klar, der Markt bietet viel – vielleicht könnten wir auch mehr rotieren.
Aber: Rührei, Bacon, Würstchen, griechischer und Naturjoghurt, Weiß-, Schwarz- und Mehrkornbrot – das alles scheint einfach jeden Morgen dazugehören zu müssen. Oder?
Bleiben nur noch die Kuchen.
Und ehrlich gesagt: Sie sind nicht mehr so gefragt wie früher.
Vielleicht gehen wir alle bewusster mit Zucker um?
Oder – vielleicht treffen wir einfach nicht den richtigen Geschmack?
Wir bieten täglich eine Crostata an – im Wechsel gibt es Brownies, Marmorkuchen, Muffins und kleine Gebäcke von Alessandra. Eine Kostprobe dessen, was wir auch an der Bar servieren.
Letztlich: Wir geben unser Bestes.
Und: Kritik hilft uns mehr als jedes Lob. (Auch wenn das natürlich willkommen ist.)
Aber wir müssen wohl noch mehr lernen. Um zu verstehen.
Um diejenigen besser abzuholen, die sich bei unserem „Alles“ doch irgendwie nicht ganz gesehen fühlen.
Oder ist es am Ende eine Frage der Präsentation?
Nun… Sobald es uns möglich ist, werden Boden, Beleuchtung, Stühle, Tische und das zentrale Buffet erneuert.
Wir wissen: Der Frühstücksraum hat inzwischen „seine Jahre“.
Jedes Jahr verschieben wir es – im Glauben, dass die Zimmer wichtiger sind.
Aber auch seine Zeit wird kommen.
Muss sie.








